Was war/Was kommt/Was fehlt

Politik | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

Was war Milliardenklage US-Anwalt Ed Fagan hat vergangene Woche eine Sammelklage gegen die Republik Österreich eingebracht. Er fordert für seine Klienten umgerechnet 260 Milliarden Schilling, wegen "Arisierungen" und Zwangsarbeit zur NS-Zeit. Rund 80 Firmen sind davon betroffen, darunter etwadie ÖIAG, die PSK, die VOEST und das Dorotheum. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bezeichnete Fagans Klage als "absurd", die Klagsdrohung verzögere den Abschluss der Entschädigungen für die Opfer. Massive Kritik an der Regierungsbeauftragten Maria Schaumayer kam indessen von den Anwälten der Opferverbände aus den ehemalige Ostblockstaaten. Wegen des Ausschlusses von Anwälten von den Verhandlungen überlegen nun auch sie Sammelklagen.

Was kommt Gegenkandidat für Görg Vom Anwalt zum Gegner: Werner Suppan, der Bernhard Görg zuletzt gegen Jörg Haider vertrat, wird beim Parteitag der Wiener ÖVP am 27. Mai gegen den Obmann kandidieren. Der Partei-Anwalt wird dem liberalen Flügel in der ÖVP zugerechnet.

Was fehlt SPÖ-Signal an die Jugend Als Generationswechsel, als Aufbruch, als neue Ära in der SPÖ wurden der neue Parteivorsitzende und seine beiden Bundesgeschäftsführerinnen - allesamt rund um die 40 - angepriesen. Die Junge Generation der Sozialdemokraten sieht das offenbar anders: Die JG, die Organisation aller Parteimitglieder bis 35 Jahre, fragt auf ihrer Homepage: "Gusenbauer, Kuntzl, Bures - ein glaubhaftes Signal der SPÖ an die Jugend?" Vernichtender Zwischenstand von Montagnachmittag: Nur 1,97 Prozent der 1930 abgegebenen Stimmen lauten auf Ja. 98,03 Prozent finden Gusi und Genossinnen nicht besonders jugendfreudlich. Ein Breschnew-Ergebnis - nur andersrum. Oder haben die Jungsozialisten bei der Kampagne "Österreich ans Internet" ihres Noch-Vorsitzenden Viktor Klimanicht aufgepasst und sich bei der HTML-Programmierung vertan?


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