Standpunkt: Noch eine Erklärung

Politik | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

Auch den selbst ernannten Humanisten ist nicht mehr eingefallen, als den Rücktritt des Innenministers zu fordern. Caritas-Präsident Landau und seinen Kommilitonen geht es nicht um das Schicksal von abgeschobenen Flüchtlingen, sondern um den politischen Abschuss eines erfolgreichen Innenministers." Nein, hier sprach kein Vertreter der Polizeigewerkschaft. Die Worte stammen von jenem Mann, der heute die SPÖreformieren und anführen soll. Alfred Gusenbauer, das muss zu seiner Verteidigung gesagt werden, war drei Tage nach dem Todesfall Omofumas, am 4. Mai 1999,vielleicht in Aufregung. Seine Worte hat er in einem späteren Falter-Interview abgeschwächt. Trotzdem: Die SPÖ hat ein Jahr nach der Causa Omofuma noch immer keine klaren Worte zum "tragischen Tod des "Schüblings" (der Polizeipräsident) und seiner medialen Hinrichtung gefunden. Sie hat zur anbiedernden hetzerischen Sprache der Kronen Zeitungnicht nur geschwiegen. Im Gegenteil: Beim Abschied Klimas wurden ausschließlich Journalisten von Krone und ORF "aus alter Verbundenheit" eingeladen. "Der Fall Omofuma war ein Scheideweg. Die Art, wie Österreich und die Krone damit umgegangen sind, kann Ausländer das Fürchten lehren", sagt etwa Caspar Einem. Vielleicht rafft man sich in der SPÖ ein Jahr später auf, dies öffentlich zu erklären. F. K.


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