In Zivil, da isst man nicht viel

Zivildienst: Die Regierung schwingt auch beim Zivildienst die Budgetsense. Hungert der Innenminister Sozialvereine und Zivildiener aus? 0der spart er an der richtigen Stelle?

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

Natürlich könnte Christian Glück den Strom abklemmen und eine Großpackung Kerzen kaufen. Oder nur mehr per Brief kommunizieren. Und immer nur kalt duschen. Wenn der 22-Jährige aber weiterhin unter lebenswerten Umständen hausen will, wird er sich bald verschulden müssen. Für seine Wohnung zahlt er 3500 Schilling Miete, dazu kommen 1620 Schilling für Fernwärme, Strom und Telefon. Als Zivildiener im Döblinger "Maimonides"-Altersheim verdient Christian ab Juni aber nur mehr 3648 Schilling. Macht ein monatliches Minus von 1120 Schilling. Und da hat er noch keinen Bissen gegessen.

Christian Glück bleibt nichts anderes übrig, als bei seinen Eltern um finanzielle Unterstützung anzuklopfen. Er ist nicht der einzige Zivildiener, der demnächst auf wohlwollende Kreditgeber angewiesen sein wird. 200 Millionen Schilling will Innenminister Ernst Strasser beim Zivildienst einsparen, da müssen die Waffenverweigerer den Gürtel gehörig enger schnallen. Bisher werden Zivildiener mit einer


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