Ein echter Österreicher

Briefbomben. War Franz Fuchs ein einzelner Verrückter? Oder ein radikales Spiegelbild der Gesellschaft? Zwei Kriminalsoziologen haben anhand der Bekennerbriefe ein umfassendes Psychogramm des "Bombenhirns" gezeichnet.

Politik | Gerald John | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

Es war eine Routinekontrolle, als am ersten Oktober 1997 zwei Gendarmen in der Südsteiermark ein Auto anhielten. Die Polizisten wollten den Lenker überprüfen, weil sich zwei Frauen von ihm verfolgt gefühlt hatten. Doch dazu kam es nicht mehr: Als der Fahrer ausstieg, explodierte eine Bombe in seinen Händen. Der Mann schleppte sich noch einige Meter weit, ehe er zusammenbrach. Als die Gendarmen dem Unbekannten Handschellen anlegen wollten, bemerkten sie, dass ihm die Explosion beide Hände weggerissen hatte.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Bei dem Verdächtigen handelte es sich um Franz Fuchs, das lang gesuchte "Bombenhirn". Das Gericht wies nach, dass Fuchs zwischen Dezember 1993 und November 1996 insgesamt 25 Briefbomben per Post verschickt und damit neun Personen teils schwer verletzt hatte. Zudem hatte er drei Rohrbomben gelegt, die vier Todesopfer und vier Schwerverletzte forderten. Die Bajuwarische Befreiungsarmee (BBA), hinter der sich der Einzelgänger in seinen Briefen


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