Kommentar: Österreich darf nicht Salzburg werden!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

In keinem Land der Welt gibt es ein derartig reges Interesse an Kulturpolitik wie in Österreich. Zwar entbehrt diese Aussage jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, aber ich kann nicht glauben, dass auch noch anderswo jede Woche zwölf Podiumsdiskussionen zur Zukunft der Kulturpolitik stattfinden und Kunststaatssekretäre zu Medienstars werden. Möglicherweise hängt es ja mit der in diesem Blatt verlässlich beklagten Unterentwicklung von (politischer) Öffentlichkeit zusammen, dass dann kulturpolitische Debatten besonders grundsätzlich geführt werden müssen.

So schwelt etwa seit Jahren ein schöner Grundsatzkonflikt zwischen Markt-Aficionados, die bei Wörtern wie "Outsourcing", "Standortvorteil" oder "Umwegrentabilität" alle Symptome sexueller Verzückung aufweisen, und jenen, die den Staat in die Pflicht nehmen, aber auch jeden Schilling fürs bezirkseigene Laubsägezentrum kunsttheoretisch wasserdicht argumentiert haben wollen.

Diese Frontstellung könnte sich in nächster Zeit


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