Mörike lässt grüßen

Musik. True Metal, das ist Urlaub von der Finsternis: Die Gitarrensoli sind mindestens so lang wie die Haare der Musiker, und ehrliche Leistung zählt hier noch was.

Kultur | Tex Rubinowitz | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

Man weiß so wenig über True Metal. Aber eines weiß man mit Sicherheit: Es gibt momentan wohl nichts Anachronistischeres, Unmoderneres, irgendwie auch Peinlicheres als True Metal. Alle hassen True Metal. Und es ist die einzige Musiksparte, in der die Hosen noch unten eng getragen werden, dazu jede Menge Haare, Haartürme, die kreisend die heiße Luft umrühren. Am Ende sind sie nass und hängen dem Besitzer bar jeder Spannkraft wie Tang herunter.

Musikalisch hat TM seine Wurzeln in der Anfang der Achtziger ausgerufenen "New Wave of British Metal", nachdem Punkrock Heavy Metal ab Mitte der Siebziger abgelöst, verscheucht hatte. Punk war moderner, direkter, aggressiver, rattiger; Metal hatte einen dicken Bierbauch. Beim NWoBM war der dann plötzlich weg und wurde von einer Falsetto-Stimme ersetzt. Die wiederum verschwand Ende der Achtziger, als Speed-, Death- und schließlich Black Metal einander in puncto Geschwindigkeit, Bosheit und Blutrünstigkeit überboten.

Derzeit ist der epische


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