DJs auf CD: Dann doch lieber hören

Kultur | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

DJ Food: Kaleidoscope Ninja Tune / Zomba Ähnlich lang soll das Londoner Duo DJ Food an seinem Nachfolger für "A Recipe for Disaster" (1995) gesessen haben. Auf "Kaleidoscope" geht es um Jazz, und DJ Food blieben dabei nicht einfach an den Samples hängen, sondern transportieren in ihren Tracks Jazz als Grundstimmung. Das Ergebnis ist eine der dichtesten und stimmungsvollsten TripHop-Platten ever.

Stereo MCs: DJ-Kicks !K7/Zomba Ähnlich angelegt ist die jüngste Unternehmung des britischen Drogen-Kollektivs Stereo MCs, auf deren neue Platte man nun beinahe schon zehn Jahre wartet. Die überbrückende Mix-CD widmet sich ebenfalls dem weiten Feld HipHop und geht soweit auch in Ordnung; allerdings verfügt sie an keiner Stelle über die hypnotische Kraft des Mixes von DJ Krush.

DJ Krush: Code 4109 Sony Großartig kompilierter HipHop-Mix des Japaners DJ Krush, der zeigt, worum es beim Auflegen eigentlich gehen sollte: gute Musik mit guter Mix-Technik zu transportieren, es dabei aber sowohl mit den Hits als auch mit der Zurschaustellung der eigenen Fähigkeiten nicht zu übertreiben.

Kid Koala: Carpal Tunnel Syndrome Ninja Tune / Zomba Weniger ein DJ-Mix als vielmehr eine DJ-Komposition: Kid Koala setzte in langwieriger Arbeit Absurditäten seiner Plattensammlung zu einer irrwitzigen Collage aus verschleppten Beats, Hawaii-Gitarren und selbstironischen Samples ("We are nothing but the nerds they say we are") zusammen, die den HipHop-Rahmen sprengt und heftig mit der Gattung Hörspiel flirtet. Groß!

S. F.


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