Musical: Das Phantom von Europa

Antonio Fian | Kultur | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

(Mitte des Jahres 2000. Europäische Außenministerkonferenz. In einem Prunksaal Außenminister und Diplomaten aus vierzehn EU-Ländern. Ein jüngerer und ein älterer Vertreter der deutschen Delegation miteinander im Gespräch.)

Der Jüngere: Und du bist wirklich überzeugt, es existiert?

Der Ältere (lächelnd): Ich bin ihm selbst begegnet. In Wien. Furchtbar. Du hast doch eine Sonnenbrille?

Der Jüngere: Wozu? Es ist ohnehin dunkel hier drin.

Der Ältere (zieht eine Sonnenbrille aus der Innentasche seines Sakkos und reicht sie lächelnd dem Jüngeren): Nimm meine. Das Gebäude ist zwar hermetisch abgeriegelt, aber sicher ist sicher.

(Sie setzen sich. Pause. Der Eröffnungsredner tritt ans Rednerpult. Als er eben zu sprechen beginnen will, fliegt die Tür auf, und das Phantom von Europa in Gestalt einer Frau mittleren Alters in weißer Bluse und scharlachrotem Kostüm, begleitet von seiner Dienerschaft, stürmt durch die Reihen der Außenminister und Diplomaten, bemüht, so viele wie möglich

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