Stadtrand: Ich steh am Schlauch

Stadtleben | aus FALTER 16/00 vom 19.04.2000

Seit ein paar Wochen gibts bei Billa eine Milch markens "Clever", die wird weder im Tetrakarton noch in der Flasche angeboten, sondern im lustig wabernden Plastikschlauch. Wenn ich mich recht erinnere, gab es diese Verpackungsart sogar in den Siebzigerjahren schon mal, jetzt ist der Milchschlauch jedenfalls wieder da! Und er ist echt nicht so unclever: Um den Beutel handhaben zu können, bedarf es zwar eines speziellen Gefäßes (gibts auch im Kühlregal), in das die Verpackung hineingestellt wird. Einfach zwei Ecken abschneiden - fertig. Das Ausgießen macht dann kaum Probleme. Und auch leer ist die neue alte Verpackung ganz praktisch. Im Gegensatz zum Tetramilchpack kann der leere Milchbeutel einfach zusammengerollt und in den Plastikmüll (kein Verbundstoff!) gegeben werden. Ganz Schlaue verpacken sogar noch ein paar Mal ihre Jause im ausgespülten Sackerl. Eigentlich ist der Milchschlauch also eine prima Alternative zur guten alten Milchflasche. Und kommt gerade recht. Denn fast zeitgleich hat jetzt NÖM die braune Mehrwegglasflasche durch dicke weiße PET-Flaschen ersetzt. Ohne Pfand. Zum Wegschmeißen. Schade. Denn ich bin wirklich an der Flasche gehangen. Jetzt steh ich halt am Schlauch. C. W.


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