Ziemlich sexy

Kommentar. Das Museumsquartier ist von einem Wolkenkuckucksheim zu einer machbaren Utopie geworden. Warum alles ändern?

Vorwort | Gerald Matt | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

"Das Neue ist unausweichlich, unvermeidlich, unverzichtbar", hat der Kunsttheoretiker Boris Groys einmal geschrieben. "Die Forderung nach Innovation ist die einzige Realität, die in der Kultur zum Ausdruck gebracht wird." Das Neue, könnte man ergänzen, ist nur bedingt planbar. Es entsteht in einem komplizierten Netzwerk von Ideen, politischen Rahmenbedingungen, Kompetitionen der Eitelkeit, bürokratischer Verhinderungslust und medialem Begleitrauschen. Ein angestrebtes Neues wird in diesem Pool aufeinander wirkender und aneinander zerrender Kräfte geknetet und modelliert, mit Fußnoten versehen und zwischen Aktendeckel geklemmt. Bis schließlich unten aus der Ideenmischmaschine etwas ganz anderes herauskommt, als oben an Ingredienzien hineingefüllt wurde. Beim Projekt Museumsquartier hatte das Neue besonders viel Zeit, sich im Spiel der partikularen Interessenimpulse zu entwickeln.

Und siehe da: Es ward gut. Denn da waren es in den langen Museumsquartierplanungs- und Errichtungszeiten


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