Schau. Kauf. Wien

Privatisierung. Die ÖVP will Gemeindebetriebe loswerden. Wilder Thatcherismus? Oder muss sich Wien verkaufen, damit es nicht bald hinter Ostmetropolen wie Warschau zurückfällt?

Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Der Borkenkäfer ist schuld: Liegen gefällte Bäume zu lange im Wald herum, wurrlt bald das Ungeziefer unter der Rinde. Liegen die Bäume noch länger im Wald herum, fallen die Schädlinge auch über die gesunden Bäume her, knabbern die Rinde an und töten so den Baum. Der Borkenkäfer ist schuld daran, dass die Stadt Wien im Höllental im südlichen Niederösterreich ein Sägewerk betreibt.

"Diese 40-prozentige Beteiligung der Stadt Wien an der Hirschwanger Holzverarbeitungs-GmbH ist völliger Unsinn", pflegt Vizebürgermeister Bernhard Görg auf seinen Pressekonferenzen und Symposien zu sagen. Und derzeit lädt die ÖVP Wien fast jede Woche zu einem Termin, bei dem sie die Privatisierung von Gemeindeeigentum trommelt. Die Zuhörer schütteln dann erstaunt den Kopf. Die Stadt hat also ein Sägewerk? So ein Unsinn! Schiebt Görg auch noch die Bestattung und die Druckerei für Partezettel, das Schloss Laxenburg, den Kunstpostkartenhandel oder gar den gemeindeeigenen Weinberg nach, ist der

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