Vorbild Berlin? "Sonst wird es finster"

Politik | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Dietmar Winje ist Sozialdemokrat. Weil er als Schlosserlehrling angefangen hat, bevor er sich zum Vorstandsvorsitzenden der "Bewag Berlin", des Energieunternehmens der deutschen Hauptstadt, emporgearbeitet hat. Die Wiener SPÖ, die gegen eine Privatisierung der Stadtwerke auftritt, kann Winje aber "überhaupt nicht verstehen". Er rät, Wienstrom und Wiengas schleunigst zu privatisieren. Nach dem Vorbild der Bewag, die ab 1996 schrittweise verkauft wurde - von einer SPD-Finanzstadträtin.

Falter: Wieso raten Sie der Stadt Wien, ihre Strom- und Gaswerke zu privatisieren?

Dietmar Winje: Wir stehen vor der Liberalisierung der Energiemärkte, was zu einem beinharten Wettbewerb in Europa führen wird. Um Arbeitsplätze langfristig sichern zu können, braucht ein Unternehmen flexible Strukturen. Öffentliche Unternehmen tun sich oft schwer, die Regeln, die in der Privatwirtschaft üblich sind, konsequent anzuwenden. Anders kann man in Zukunft auf dem Markt aber nicht existieren.

Arbeitsplätze sichern?


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