Genie und Wahnsinn

ÖVP Wien. Ein Jahr vor dem wahrscheinlichen Termin der Wiener Wahlen bekommt die ÖVP endlich, worauf alle schon lange gewartet haben: die Obmann-Debatte. Hat Herausforderer Werner Suppan Chancen, Parteichef Bernhard Görg abzulösen?

Politik | Gerald John | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Bernhard Görg plagte eine gewisse Vorahnung, als ihn sein Rechtsvertreter Werner Suppan vergangenen Montag um einen Termin bat. "Ich nehme an, Sie kommen nicht als mein Anwalt", begrüßte der Vizebürgermeister seinen Gast. "Das ist richtig", antwortete der. Was ihm Suppan danneröffnete, damit hatte der an vieles gewöhnte Görg aber doch nicht gerechnet. Es wäre ein tolles Signal, vor den Wahlen freiwillig das Feld zu räumen, meinte der Anwalt. Er, Suppan, stünde für einen Generationswechsel zur Verfügung. "Das darf nicht wahr sein", dachte sich Görg, lehnte das großzügige Angebot ab und verpetzte den seltsamen Gegenkandidaten umgehend bei den Medien.

Ist dieser Werner Suppan ein Scherzkandidat? Ein stümperhafter Träumer? Oder doch ein genialer Taktiker, den nur niemand durchschaut? Viele in der ÖVP plädieren fürStümper. Kandidaten, die unfreiwillig auffliegen, gelten nach parteiinternen Erfahrungswerten schon vor der Wahl als erledigt. Zudem ist Suppan nicht einmal in


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