Kummer in der Kammer

AK-Wahl. Rote Sorgenfalten, schwarze Flügelkämpfe, blaue "Schweinereien": Die Wiener Arbeitnehmer wählen in den nächsten drei Wochen jene Vertreter, die mit der blau-schwarzen Regierung am grünen Tisch sitzen werden. Wenn es ihr passt.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Alfred Gajdosik ist derzeit sogar am Handy nicht zu erreichen: "Betriebsbesuche." Bekommt man den Spitzenkandidaten für den ÖAAB doch einmal ans Rohr, lässt er an seiner Mutterpartei ÖVP und deren Koalitionspartner FPÖ kaum ein gutes Haar. Die Pensionsreform gehört umgekrempelt, vom Bürgergeld ist er "noch lang nicht überzeugt", Haiders Grapschen nach den Kammerbeiträgen geißelt er als "Wahnsinn", und die AK-Plakate der FPÖ "sind eine unglaubliche Schweinerei". Wenn die Regierung weiterhin nicht mehr auf die Arbeitnehmer höre, warnt Gajdosik, "droht Streik".

Die verbale Abnabelung des ÖAABlers von der ÖVP hat gute Gründe: Von 2. bis 19. Mai wählen die Wiener Arbeitnehmer ihre gesetzliche Vertretung. In Oberösterreich, Burgenland, Kärnten und Salzburg hatten die Kammerwahlen den Sozialdemokraten schon fette Gewinne beschert. Einzig in Tirol legte der schwarze ÖAAB kräftig zu. Weil AK-Chef und VP-Polternatur Fritz Dinkhauser mit kernigen Wahlkampfsprüchen kräftig in Opposition


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