Maigedenkaufmarsch

1. Mai. Nicht nur Arbeiter gehen nächste Woche auf die Straße. Erstmals wird in einem Schweigemarsch auch Marcus Omofumas gedacht.

Politik | F.Klenk und C.Wurmdobler | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Der Maiaufmarsch", erzählt Christine Lapp, "das war immer so ein Treffen der Familie SPÖ. Ein Ausflug für die Rechte der Arbeiter und Unterdrückten." Schon vergangene Woche hatte die stellvertretende Bezirksparteivorsitzende der Simmeringer SPÖ für ihre Sektion die Vorbereitungen zum Maiaufmarsch abgeschlossen. Fahnen abgestaubt, Fahrräder geschmückt, Trillerpfeifen verteilt. Wie jedes Jahr werden die Genossensternförmig Richtung Rathausplatz marschieren und dort den Spitzen der Sozialdemokratie zuwinken.

Doch halt: Heuer wird der Aufmarsch wohl ein wenig anders aussehen: Erstmals seit 30 Jahren winkt kein roter Bundeskanzler mehr vom Rathausplatz, sondern nur ein Oppositionsführer. "Heuer wird alles kämpferischer werden", versichert ein Sprecher der Wiener SPÖ. Nicht nur die Straßenbahnen der Stadt, die seit dem Vorjahr am 1. Mai fahren müssen, werden durch Schmucklosigkeit glänzen. Die SPÖ - ausstaffiert mit neuen Fahnen, die die alten Dreipfeiler ersetzen sollen - will


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