Fernsehschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

"Big Brother", das öffentliche Drama vom Leben in einer Container-WG, hat auch nach Superzlatkos Abgang nicht an Reiz verloren. Sabrina, die blonde Dachdeckerin mit dem dunkelhaarigen Schmäh, hat Pfeffer in den mauen Beziehungseintopf gestreut und damit ordentlich an der Quote geschraubt. "Big Brother" lebt aber weitgehend von Überlegungen der Art "Was ich wohl täte, wenn ich so überwacht würde". Unter Beobachtung zu stehen ist kein Honiglecken. Das wissen auch die Mitglieder des Kabinetts Schüssel 1. Seit ihrem Amtsantritt steht diese Schicksalsgemeinschaft unter Observanz. Was also läge näher, als die Bundesregierung für 100 Tage in ein "Big Brother"-Haus zu bitten und sie dort dem ewigen Spiel von Liebe, Hass und Nominierungauszusetzen. Das wäre Transparenz! Wir könnten den zickigen Wolfgang, den sonnigen Hinze und die raffinierte Susanne endlich an Taten messen. Rund um die Uhr! Wochenaufgaben wären so komplizierte Gemeinschaftsunternehmungen wie Pensionsreformschnitzen, Arbeiterkammerausblasen und Jörglzähmen.


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