"Das Ding sollte knallen"

Literatur. Rainald Goetz ist einer der produktivsten und umstrittensten Schriftsteller Deutschlands. Der "Falter" sprach mit dem ewigen Jungautor über sein Stück "Jeff Koons" und den Zyklus "Heute Morgen", über seinen manischen Zeitungskonsum und das Fernsehen.

Kultur | Sebastian Fasthuber und Wolfgang Kralicek | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Rainald Goetz, 46, startete seine literarische Karriere mit einem Publicity-trächtigen Rasiermesserschnitt. Der geborene Münchner hatte Geschichte und Medizin studiert, entschloss sich nach der Promotion jedoch für das Schreiben. Beim Bachmann-Wettbewerb 1983 schnitt sich Goetz bei seiner Lesung eine blutende Wunde in die Stirn - und verließ Klagenfurt als Suhrkamp-Autor.

Das noch im selben Jahr erschienene Debüt "Irre" beschreibt in Form einer Collage aus kurzen Textabschnitten den Alltag auf einer psychiatrischen Station sowie den Ausbruch eines jungen Arztes "in die Kultur" und seine Anfänge als Schriftsteller. Der Roman, dessen Protagonist unverkennbar autobiografische Züge trägt, gilt heute als eines der wichtigsten Bücher der Achtziger überhaupt. In der Folge schrieb Goetz den Roman "Kontrolliert" sowie die Dramentrilogien "Krieg" (1986) und "Festung" (1993), ehe er tief in die Techno-Szene eintauchte. Die 1998 erschienene Nachtleben-Erzählung "Rave" ist der erste und bislang


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