"Das Ding sollte knallen"/"Dekonspiratione": Die totale Verschriftlichung

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Erstmal schön locker machen, sagt Katharina. Benjamin breitet die Arme aus und widerspricht. Es war ein herrlicher Abend, im Haus der Wahrheit der Gesellschaft. Ich hatte Christian telefonisch abgesagt. Später saßen wir im Taxi, Max und ich, und redeten über das neue Video, die Ausstellung, die Platte und unsere Lesung nachher, nachts."

Erste Sätze sind in der Literatur ja bekanntlich von größter Bedeutung. An den Anfang der Erzählung "Deskonspiratione" hat Rainald Goetz gleich fünf erste Sätze gestellt. Jeder davon steht jeweils für den Beginn eines Abschnitts des Texts. Am Ende von "Dekonspiratione" werden alle Abschnitte und ihre Figuren irgendwie wieder zusammenfinden.

"Eine kleine Geschichte des Schreibens" nennt der Klappentext die Erzählung. Sie handelt von Redaktionen, Dichterlesungen und der Zeitungslektüre. Immer wieder drängt sich Goetz' eigene Stimme und seine Reflexionen in dem collageartigen Text in den Vordergrund und lässt die Figuren nicht selten als Staffage


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