"Das Ding sollte knallen"/"Jeff Koons": Eine Art Performance

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Einmal wird ein Luftballon, auf dem "Gott" steht, aufgeblasen und zum Zerplatzen gebracht. Ein anderes Mal zieht einer seinen Schuh aus und tut so, als wärs ein Telefon. Das waren die wesentlichen szenischen Einfälle der mehr als zwei Stunden langen österreichischen Erstaufführung von "Jeff Koons" im Kasino am Schwarzenbergplatz.

Das Stück, dessen Lektüre nur empfohlen werden kann, ist eine Folge von Szenen aus dem Nacht- und Liebesleben eines Künstlers, die abwechselnd in einer Disco, im Schlafzimmer und auf einer Vernissage spielen. Wer will, kann an den US-Künstler Jeff Koons und dessen (Ex-)Frau Cicciolina denken; manches deutet darauf hin, dass mit dem Künstler auch Rainald Goetz selbst gemeint sein könnte. "Jeff Koons" ist ein dramatisches Gedicht, in dem erratische Prosablöcke zwischen Passagen mit ultralakonischer Liebespoesie stehen.

Weil Goetz auf Rollen und Szenenanweisungen verzichtet, bleibt es ganz dem Regisseur überlassen, wie der Text auf der Bühne umzusetzen


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