Streifenweise

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Seine Familie sucht man sich nicht aus, heißt es. "Familie" kann man zum Beispiel als eine Art Schicksalsgemeinschaft konzipieren, in der man sich nicht auf die Natur- oder Gottgegebenheit von herzlichen Gefühlen und Bindungen verlassen kann. Familie ist Arbeit. Mit dergestalt angelegten Soziotopen sind die Filme der Französin Christine Carriere beschäftigt. Schon für ihr Spielfilmdebüt "Rosine" (1995) hat sie ganz unsentimental eine spezifische Eltern-Kind-Beziehung entworfen, in der die traditionelle Rollenverteilung verkehrt und die Tochter für ihre alkoholkranke Mutter verantwortlich war. In "Qui plume la lune?" ("Wer rupft den Mond?") erzählt Carriere nun (neuerlich) eine Kindheit in der französischen Provinz, von den Siebzigerjahren bis in die Gegenwart, in der ein Witwer (Jean-Pierre Darroussin) und seine beiden Töchter in einem dauerhaft labilen, innigen und missverständlichen Verhältnis zueinander leben. Die beiden Schwestern tragen dafür Sorge, dass der Vater nach


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige