Malen nach Zahlen

Kunst. Zynismus und Faszination grundieren die Malerei des Londoners Merlin Carpenter, der in der Secession Bilder und ein Motorboot ausstellt.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Der BMW-Manager weinte, als er vergangene Woche vor laufender Kamera bekannt gab, dass sein Unternehmen die britische Autofirma Rover wieder verkaufen werde. Ein Bild wie ein Kommentar zur laufenden Ausstellung des britischen Malers Merlin Carpenters. Sentimentalität im multinationalen Konzern. Malerei unter den Bedingungen postfordistischer Marktwirtschaft. Expressionismus im Autosalon. In dieser Ausstellung gilt es einen weiten Bogen zu schlagen.

In London war Carpenter im Poster Studio engagiert, einem kleinen Netzwerk von Künstlerinnen und Künstlern, das sich kritisch mit der Veränderung der Londoner City durch die Konzerne auseinander setzte. Malerei und linke Ökonomiekritik. In seiner ersten großen Einzelausstellung (Titel: "As a painter I call Myself the Estate of") nützt Carpenter die strahlend weißen Wände der Secession, deren Fläche er durch den Einbau von Stellwänden verdoppelt hat, für einen virtuosen Brückenschlag.

Carpenter liebt Oberflächen. Mal sind es schleißig


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