Verbotenes Cola

Jugendschutz. Tausende Wiener Jugendliche machen sich täglich strafbar, wenn sie in die Disco gehen: Das veraltete Jugendschutzgesetz soll nun zeitgerecht adaptiert werden - von den Jugendlichen selbst.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 17/00 vom 26.04.2000

Der 15-jährige Bub hat eigentlich nichts wirklich Schlimmes angestellt. Er hat sich eine Softgun im Spielzeuggeschäft gekauft. Und damit gezielt. Auf ein Gebäude, nicht auf einen Menschen. Zu seinem Pech ist er angezeigt worden: Wegen Besitz eines jugendgefährdenden Gegenstandes und Verherrlichung von Kriegshandlungen. Streng nach dem Wiener Jugendschutzgesetz. Der Vater des Buben wollte diese Entscheidung nicht hinnehmen - zwei Jahre lang ist dieser Fall durch die Instanzen gegangen. Zwei Jahre, in denen niemand mit dem jugendlichen Übeltäter gesprochen hat. "Bestraft ist er worden, aber gekümmert hat man sich nicht um ihn", meint Anton Schmid, Kinder- und Jugendanwalt. Prinzipiell solle man natürlich Softguns nicht im Spielzeuggeschäft verkaufen. "Aber dass ein Jugendlicher wegen eines Dings aus dem Spielzeuggeschäft mit dem Jugendschutz in Konflikt kommen muss, ist ein Witz." Schmid schüttelt den Kopf.

Ein besonders krasser Fall. Aber auch die alltägliche Praxis des geltenden


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