Vietnam heute

Ausland. Nach 25 Jahren bietet der Vietnamkrieg Anlass, über Wiedergutmachung nachzudenken.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Als "sinnloser Krieg" geht für die New York Times der Indochinakrieg nach 25 Jahren in das kollektive Gedächtnis Amerikas ein. Selbst die meisten überlebenden Akteure von damals stimmen in das abfällige Urteil ein: Robert McNamara, als Verteidigungsminister einer der Architekten der amerikanischen Eskalationsstrategie, hat sich mit seiner Zusammenstellung der Fehleinschätzungen von damals rückwirkend zur Taube gewandelt. Selbst Lyndon B. Johnson soll in seinem Innersten nicht an den Krieg geglaubt haben, schließtPräsidentenhistoriker Michael Beschloss aus den Tonbandmitschnitten des Weißen Hauses von 1964.

Aber ist der Vietnamkrieg wirklich eine derart singuläre Entwicklung gewesen? Sind nicht andere Dritt-Welt-Konflikte während des Kalten Krieges, vom CIA-Coup in Guatemala 1954 bis zum antisandinistischen Kampf der Contras, nach ganz ähnlicher Logik abgelaufen?

"Sinnlos" soll in diesem Zusammenhang wohl eher kaschieren, was die Öffentlichkeit der Supermacht Amerika nach wie


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