Abschied - für immer?

FPÖ. Jörg Haider geht, um bleiben zu können - aber vielleicht kann er nicht mehr zurück.

Vorwort | Anton Pelinka | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Niemand glaubt, dass der Landeshauptmann von Kärnten nicht der Übervater seiner Nachfolgerin sein wird. Alle gehen davon aus, dass Jörg Haider weiterhin die Politik der FPÖ bestimmen kann - und dass er in Vizekanzlerin und Parteiobfrau Susanne Riess-Passer seine allzeit getreue Statthalterin gefunden hat.

Das ist das Szenario, von dem auch die FPÖ ausgeht. Dass Haider offenkundig im Koalitionsausschuss bleibt; dass er und nur er als freiheitlicher Kanzlerkandidat genannt wird; dass er mit Westenthaler und Co. Personen in Schlüsselpositionen hat, die sich als verlängerter Arm des "Chefs" verstehen - das alles verstärkt dieses Bild.

Doch die Grundannahmen dieses Szenarios könnten sich auflösen: Die FPÖ könnte zwischen der Doppelrolle einer loyalen Regierungspartei, repräsentiert vor allem von Finanzminister Karlheinz Grasser, und einer faktischen Oppositionspartei, gelenkt von Klagenfurt aus, zerrissen werden. Zerrissen würde insbesondere die Parteiobfrau in ihrer doppelten Loyalität


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