Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Was war Schlögls Comeback: Nach wochenlanger Diskussion hat Josef Fuchs von der Purkersdorfer ÖVP dem ehemaligen SP-Innenminister den Bürgermeistersessel überlassen: Am Dienstag feierte Karl Schlögl sein Comeback als Dorfchef - mithilfe der ÖVP. Neo-Oppositionspolitiker Schlögl betonte aber gleich, dass die Purkersdorfer Zusammenarbeit zwischen Rot und Schwarz ausschließlich "ein Signal für die Gemeinde" sei, nicht für Landes- oder Bundesebene. Schlögl, nun Ortschef, stellvertretender SPÖ-Parteivorsitzender, einfacher Abgeordneter und Landeschef der SPÖ-Niederösterreich, gelobte, die Arbeit in Purkersdorf habe für ihn künftig "eindeutig Priorität".

Was kommt Expertise über Hitler-Haus: Das so genannte "Hitler-Haus" in Leonding bei Linz soll schon bald von Historikern der Linzer Kepler-Universität unter die Lupe genommen werden. Zu diesem Entschluss kam man in einer Sitzung des Gemeinderates von vergangener Woche. Adolf Hitler lebte in seiner Kindheit zehn Jahre lang in dem kleinen Gebäude neben dem Friedhof. Heute ist es wieder bewohnt, das Haus dient aber auch als Sarglager. Bis heute wurde an dem Gebäude keine Gedenktafel angebracht. SPÖ, ÖVP und FPÖ haben sich im März erneut dagegen ausgesprochen.

Was fehlt Versöhnung mit Brüssel: Nach den Freiheitlichen erhöhte vergangene Woche auch die ÖVP die Dosis: Auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel kann sich plötzlich für eine Volksabstimmung über die bilateralen Sanktionen der Europäischen Union erwärmen. Sollten die vielen Gespräche von ÖVP-Außenministerin Benita Ferrero-Waldner keinen Erfolg bringen, seien alle anderen Möglichkeiten, wie man am schnellsten ein Ende der Sanktionen erreichen könnte, "ernstlich zu erwägen und zu prüfen". Schüssels Ansinnen stieß bei den Chefs der Oppositionsparteien, Gusenbauer und Van der Bellen, auf heftige Kritik, Beifall kam naturgemäß von den Freiheitlichen.


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