Gusi vs. Susi

Machtwechsel. Sie sind annähernd gleich alt, haben vergleichbare Karrieren hinter sich und stehen vor einem ähnlichen Problem: Alfred Gusenbauer (SPÖ) und Susanne Riess-Passer (FPÖ) müssen ihre Parteien grundlegend umbauen. Wer von beiden hat die besseren Erfolgschancen?

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Mit viel Seife konnte das Problem behoben werden. Susanne Riess-Passer prüft sorgsam ihre Hände: Keine blauen Flecken mehr. Angeschmiert hatte sich die Vizekanzlerin, als ihr Jörg Haider ein Staffelholz als Symbol für die Hofübergabe in die Hand drückte. Der blitzblaueStab färbte ab - offenbar aus gutem Grund: "Die Farbe soll dich an die Partei erinnern, damit du Blau nicht vergisst", mahnt der Wiener FPÖ-Chef Hilmar Kabas und klopft der frisch gebackenen Obfrau lachend auf die Schulter.

Alfred Gusenbauer hingegen will das Zepter seiner Partei bereits vor Jahren überreicht bekommen haben. Anlässlich seiner Promotion 1986 kritzelte ihm das große Vorbild Bruno Kreisky ein paar persönliche Zeilen in ein Buch. Die Widmung interpretierte Gusenbauer schon damals als Auftrag.

Vergangenen Samstag zogen die Genossen nach und wählten den Kreisky-Schützling zum neuen SPÖ-Vorsitzenden. Zwei Tage danach fand dann auch die Wachablöse beim Konkurrenten FPÖ statt. Neue Parteichefs, neue


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