"Schamhaar ausgebildet"

Affäre. Nicht nur die Justiz, auch der Chefarzt der Wiener Polizei persönlich analysierte die Schambehaarung von Afrikanern. Zur Altersbestimmung und im Auftrag der Fremdenpolizei.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Die Wiener Fremdenpolizei lässt Schamhaare und Zähne von Afrikanern zur Altersfeststellung begutachten. Beauftragt wurde der Chefarzt der Wiener Polizei persönlich. Dies belegt ein fremdenpolizeilicher Akt (Zahl ChefA 1022/99), der dem Falter vorliegt. Damit steht fest, dass nicht nur die Justiz auf wissenschaftlich höchst umstrittene Weise Afrikanervermessungen durchführte, sondern auch die Wiener Fremdenpolizei.

Obermedizinalrat Kurt Seher, mittlerweile pensionierter Chefarzt der Wiener Polizei, machte sich viel Mühe: Sein Untersuchungsbefund umfasst ganze zwei Zeilen: "178 cm großer, 64 kg schwerer Schwarzafrikaner, athletischer Körperbau, Schambehaarung, Bartwuchs, Achselbehaarung voll ausgebildet, Weisheitszähne angelegt", diktierte er in seinen "Polizeiärztlichen Befund". Vor ihm stand ein nackter Afrikaner, der kein Visum hatte und behauptete, Jugendlicher zu sein. Damit wäre er Schubhaft und einer strengeren Bestrafung entgangen. Doch der Chefarzt wusste es nach einem


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