"Bin negativ überwältigt"

Zeitgeschichte. Leon Zelman, Präsident des Jewish Welcome Service, über Beethovens Musik in Mauthausen, die Streichung seines Budgets, das Palais Epstein und darüber, warum er Österreich nicht mehr so wie früher vertreten kann.

Nina Weissensteiner | Politik | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Leon Zelman ist derzeit in einer schwierigen Position. Am Sonntag werden auf dem Gelände des ehemaligen KZ Mauthausen die Wiener Philharmoniker anlässlich der Befreiung des Lagers im Mai 1945 aufspielen. Hauptinitiator des Gedenkevents, bei dem Beethovens Neunte zu hören sein wird, war der Leiter des Jewish Welcome Service. Zelman, selbst Holocaust-Überlebender, musste dafür bereits heftige Kritik einstecken: von ehemaligen Häftlingen und Zeitgeschichtlern, die das Konzert an diesem Ort als völlig unpassend empfinden. Viele vertriebene Überlebende wollen wiederum wegen der Regierungbeteiligung der FPÖ fernbleiben. Weiters wurde Zelman dieser Tage vom Kanzleramt mitgeteilt, dass das Budget für den Welcome Service, der jährlich Hunderten emigrierten Juden einen Wien-Besuch ermöglicht, gestrichen wird. Und auch Zelmans Vorschlag, im Palais Epstein ein Haus der Toleranz einzurichten, ist nun endgültig vom Tisch.

Falter: Herr Zelman, das Gedenkkonzert hat Ihnen heftige Kritik eingetragen:

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