Kommentar: 100.000 Hitlers schenk ich dir ...

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

"Die Kunst der Stunde ist Widerstand" betitelte sich eine Schiene der österreichischen Filmschau "Diagonale", die zahlreiche Videos der gegen die neue Regierung gerichteten Protestaktionen präsentierte. Die Stunde dauert nun schon etwas länger, und wenig spricht dafür, dass sie vom Widerstand der Kunst oder wem auch immer plötzlich beendet werden könnte. Die vollmundigen Erklärungen derjenigen, die - sich eins mit der Vernunft der Geschichte wissend - ein baldiges Scheitern der schwarz-blauen Regierung prophezeiten, sind leiser geworden, und auch die Forderungen nach Rücktritt und Neuwahlen sollen neuerdingsnur als "Ausdruck eines eigenständigen Protests" und nicht als "Zeichen eines realen Machtanspruchs" (Doron Rabinovici in Falter 17/00) verstanden werden.

Wenn die Kunst Widerstand ist (um bei diesem Wort zu bleiben), dann zeigt sich in diesen Tagen auch, dass der Widerstand eine Kunst und nicht schon jede spaßaktionistische Arabeske als "Widerstand" und Ausdruck der Zivilgesellschaft


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