Spielplan

Kultur | Petra Rathmanner | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Nihilisten sind Autisten, will einem die Inszenierung "Vera oder die Nihilisten" von Tina Lanik im Schauspielhaus weismachen. Ein nicht uninteressanter Ansatz, der aber nicht aufgeht. Oscar Wildes Bühnenerstling fehlt es an Theatralität; schillernde Aphorismen machen noch kein gutes Stück. Dieser Mangel soll durch eine eigenwillige Körperchoreographie und dissonante Stimmübungen, die an Meyerhold und die russische Avantgarde angelehnt sind, ausgeglichen werden. Die Idee kommt nicht in Schwung, sondern stolpert durch ihre Künstlichkeit: Das zaristische Russland wird in eine Raumstation verlegt. Auf der Kommandobrücke flimmern Monitore, ein konstantes Rauschen soll daran erinnern, dass Spannung in der Luft liegt - schließlich wollen die Nihilisten ja das Zarenregime stürzen. Als der alte Zar stirbt, will der junge Zarewitsch, selbst bekennender Nihilist, die Utopie einer besseren Welt wahr werden lassen. Um die Unmöglichkeit dieses Vorhabens zu verstärken, kommt noch eine Liebesgeschichte


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