"Immer ein wenig daneben"

Kleinkunst. In ihrem neuen Programm erinnert sich Marie-Therese Escribano an ihre ersten Jahre in Wien. Porträt einer Frau, die in keine Schublade passt.

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Jeder hat seine Reizwörter. Bei Marie-Therese Escribano gehört "immer dasselbe" dazu. Erzählt sie von ihren bisherigen Auftritten als Opernsängerin, als Avantgarde-Interpretin, als Schauspielerin oder als Kleinkünstlerin, kommt irgendwann stets der Punkt, an dem die Wörter "immer dasselbe" fallen. Dann weiß man, es war Zeit für etwas Neues. Als ihr Publikum zum Beispiel immer wollte, dass sie singt, ist ihr das "auf die Nerven gegangen", und dann gab es einfach weniger Musik.

In Paris geboren und in Madrid aufgewachsen, übersiedelte Escribano 1955 nach Wien, um an der Musikakademie, wie die Universität damals hieß, Gesang zu studieren. Sie war Mitte 20 und wollte Opernsängerin werden. Wenn sie sich an diese Zeit erinnert, was sie in ihrem neuen Programm "Kommt mir spanisch vor" ausführlich tut, wird deutlich, dass bereits damals, als sie noch eine glatte Karriere anstrebte, die Lust am Schrägen größer war. Ihren Lehrern war die Escribano wahrscheinlich immer ein bisschen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige