Techno für die ganze Familie

Musikbuch. Die Zeit der endlosen Parties ist vorbei: Marcel Feige arbeitet in "Deep in Techno" die Geschichte der zentralen Jugendbewegung der Neunziger auf.

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Techno, man muss es so deutlich sagen, ist gescheitert. Angetreten, um den Rock und dessen Machismo zu verdrängen und "die Leute von dem ganzen bürgerlichen Scheißdreck zu befreien" (DJ Westbam), hat es keine zehn Jahre gedauert, bis die Massenbewegung Techno von der Musikindustrie geschluckt wurde. Der DJ als Ersatz des Liveact hat sich nicht durchgesetzt - ganz im Gegenteil: Bands wie Prodigy feiern gerade aufgrund ihrer mit Reminiszenzen an die Rockgeschichte gespickten Bühnenshows riesige Erfolge.

Die Protagonisten der Techno-Bewegung, so scheint es jedenfalls, findet man zurzeit überall, nur nicht auf den Dancefloors dieser Welt. Stattdessen ist die Aufarbeitung der letzten zehn Jahre angesagt. Der oben zitierte Westbam, der mit bürgerlichem Namen Maximilian Lenz heißt und nicht nur so etwas wie der Stratege des Techno, sondern auch passionierter Bernhard- und Schopenhauer-Leser ist, soll seit geraumer Zeit an einem Roman (Arbeitstitel: "In ravender Gesellschaft") sitzen. Sein


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