Comandantina Dusilova: Würstels Kraut

Stadtleben | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Sprichwörter haben eine dämonische Qualität. Sie kommen direkt aus einer Zeit, von der wir taxfrei behaupten wollen, sie sei keine gute gewesen. Einem geschenkten Gaul schaue man nicht ins Maul, behaupten mittlerweile sogar Menschen, die ein Pferdegebiss nicht von den Barten eines Wals unterscheiden könnten.Ein großer Applikator bäuerlicher Sprüche ist der Herr und Landmann in Tirol Andreas Khol. Seine Verbitterung über die Entfremdung seines ehemaligen Parlamentshabibis angesichts der Wende wusste der Innsbrucker Verfassungsrechtler rural zu illustrieren: "Kostelka ist ohne Verabschiedung verschwunden - wie das Würstel vom Kraut." Weil wir nicht annehmen wollen, dass Khol Würsteln die Gabe der Dematerialisation zugesteht, nehmen wir mal an, dass "das Würstel" Kostelka Opfer eines Diebstahls wurde. Aber wer zum Geier sollte Khol Kostelka stehlen wollen? Und da wir Andreas Khol schon beim Sprichwort nehmen: Ist Andreas Khol gar selbst das Kraut? Und wenn dem so wäre, wär der "Kelch" nun sauer oder wär er süß? Nun ja, ganz werden freischaffende Comandantinchen Rätsel der kholschen Art wohl nie klären können, denn, nur wem "Gott gibt ein Amt, gibt er auch Verstand ..."


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