Phettbergs Predigtdienst: Eine Flash Null Sechs

... Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen ... Lk 24, 35-48 (Evangelium am 3. Sonntag der Osterzeit / Lesejahr B)

Stadtleben | aus FALTER 18/00 vom 03.05.2000

Dreimal hintereinander hat mich Pum in seiner Kolumne erwähnt. Dreimal flennte er innig zu dem ORF, dass er mich wieder verwende. Am 11., am 13. und am 17.4. Jedes Mal inniger, beim dritten Mal zitiert er Camus ("Der Mythos des Sisyphos"): "Ein Mensch, der keine Hoffnung hat, und sich dessen bewusst ist, gehört nicht mehr der Zukunft." Ich weiß natürlich nicht, ob Camus dabei in seinem eigentlichen Ernst nach dem Wort "hat" einen Beistrich setzte im Original oder nicht. Selbst wenn in allen von Camus geschriebenen bzw. korrekturgelesenen Varianten die nämliche Setzung bzw. Nichtsetzung stattfand, können wir nie mehr sicher sein, ob er zum Zeitpunkt des eigentlichen Meinens dieses Satzes diesen Beistrich intendierte oder nicht. Geschweige denn, in wie vielen Wellen nach dem Meinen dieses Satzes - Sekunde um Sekunde bis zum Versterben - Camus ein wie intensives Gegenintendieren dieser Interpunktion bzw. Nichtpunktion aufdämmern hatte. Pum zitiert ohne Beistrich, ich setzte frech einen


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