Lamperln im Nebel

Seinesgleichen geschieht. Wenigstens gewinnt die Regierung an Unterhaltungswert: Über Azorenhoch und Verdrehungstief.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Das waren Zeiten, als es Wetterfrösche in Tweedsakkos gab, denen man zutraute, mit beiden Schlittschuhen im Leben zu stehen. Heute haben wir uns mit bunt gewandeten, trendig getrimmten Gestalten abgefunden, die jedes lindes Lüftchen von ihren animierten Wetterkarten in den Fitnessraum zurückwehen könnte. Früher, da wurde uns ein jedes Azorenhoch lustvoll erklärt und umschweifig nahe gebracht. Heute ist das Azorenhoch - der Wetterredaktion längst entwendet - ein politischer Kampfbegriff.

Das Azorenhoch gehört nun der Regierung und ihrer Außenministerin, deren unwiderstehliches Lächeln solange stehen bleibt, bis es sich wirklich als unwiderstehlich erweist, sodass ihm auch in der EU niemand widerstehen kann, weil es an Konstanz und Ausdauer jedes Azorenhoch in den Schatten stellt. "Türspalt zur EU ist nun geöffnet", verkündet, ganz im Einklang mit der vor kurzem noch heftig bekämpften Regierung, die Schlagzeile der Kronen Zeitung. Darüber schwebt, als Wölkchen im Azur, die


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