Treu bis in den Tod

Bundesheer. Wer wird heute noch freiwillig Soldat? In Wiener Neustadt drücken ein paar hundert junge Männer die Schulbänke der Theresianischen Kadettenschule und Militärakademie. Fast wie damals in der Donaumonarchie.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Sie wissen, wie ein Sonnenaufgang aussieht. Das kann nicht jeder in ihrem Alter von sich behaupten. Wenn der "Erzieheroffizier" in ihre engen Vier- bis Acht-Bett-Zimmer tritt und "Tagwache" befiehlt, ist es Punkt sechs. Während sich ihre Schul- und Studienkollegen draußen noch in den warmen Federn räkeln, vertrödeln sie keine Zeit. Um exakt 7.10 Uhr haben sie"verpflichtende Körperpflege", "Zimmerdurchgang" und Frühstück absolviert. Gerüstet für den 16-Stunden-Tag. Durchreglementiert wird er sein wie der Morgen.

Südlich von Wien, mitten in Wiener Neustadt, stehen die Theresianische Kadettenschule und Militärakademie. Auf einem Areal, etwa halb so groß wie Schönbrunn. 566 junge Männer - und seit kurzem auch ein Posten junge Frauen - bereiten sich dort auf eine besondere Karriere vor. Berufssoldat. Während die Wartelisten für Zivildiener immer länger werden, haben sie sich freiwillig für dieses Leben entschieden: zwischen Tagwache und Zapfenstreich. Mit Bekleidungsvorschriften


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige