Die Schmuddelkinder

FPÖ Wien. Oppositionelle gegen Minister, Proletarier gegen Yuppies, Rabauken gegen Medienstars: Die Wiener Freiheitlichen haben an der Regierungsbeteiligung der Bundespartei schwer zu beißen. Ein Besuch in den Hinterzimmern der FPÖ.

Politik | Gerald John | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Ein kurzer Text, der großes Kopfzerbrechen bereitet. Im stickigen Hinterzimmer des Cafe Stadler sitzt die Parteijugend der FPÖ Simmering und brütet über einem Flugblatt. "Was schreib ma denn drauf?", fragt Wortführer Patrick Anetshofer. "Wer vernichtet Volk und Land? SPÖ und Asylant!", schlägt ein junger Mann mit schon etwas feuchter Aussprache vor. "Ka schlechter Spruch", erwidert Patrick: "Nur: Hast a Rechtsschutzversicherung?" Vielleicht taugt das neue Hochhaus am "Spitz" doch besser als Thema. "Was kommt denn da rein", will ein Mädchen wissen. "Wahrscheinlich ein Tschuschenkäfig", kommt die Antwort mit Zungenschlag zurück. Wieder nichts. Die zehnköpfige Runde einigt sich schließlich auf den Spruch "Geldvernichtung - danke, SPÖ". Dabei behält man noch ein Ass im Ärmel. "Simmering hat die höchsten Krebsraten", verrät Patrick, "den Krebs häng ma dem Häupl dann im Wahlkampf um."

Die Wiener Freiheitlichen, wie man sie kennt: Untergriffe, fremdenfeindliche Parolen, proletarisches


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