Gedenken, aber sparsam

Mauthausen. War das Fernbleiben aller Regierungsmitglieder vom Gedenkkonzert ein erster Toleranzakt des Kabinetts Schüssel? Die jüngsten Sparpläne der Regierung rund um die Gedenkstätte vermitteln ein anderes Bild.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Stille. Statt Jubel. Kerzenlichter. Statt Applaus. Beethovens Neunte sollte "die Schmerzen lindern". So wollten es die Veranstalter. Die Klänge der Wiener Philharmoniker hatten am Sonntag bei 8000 Gästen ihre Wirkung nicht verfehlt. Im Steinbruch des ehemaligen KZ Mauthausen war man trotz des Massenandrangs still und betroffen. Die Besucher gedachten der 105.000 Häftlinge, die von 1938 bis 1945 im Lager ermordet wurden und der Befreiung des KZ am 5. Mai 1945. Das im Vorfeld heftig umstrittene Konzert (Tenor: "Ein Friedhof ist kein Konzertsaal") hatte keine Demonstranten angelockt. Wohl nicht zuletzt auch deswegen, weil alle Regierungsmitglieder ferngeblieben waren. Auch Innenminister Ernst Strasser - er war als Einziger geladen - hatte nicht teilgenommen. "Aus Respekt für die Gefühle der Anwesenden", wie er sagte.

Stattdessen saßen der SPÖ-Vorsitzende Alfred Gusenbauer, die Exkanzler Vranitzky und Klima neben Thomas Klestil und Franz Fischler in der ersten Reihe. Die Reden der letzten


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