Bunkerstimmung

Integration. Zuwanderer, die sich von der Politik ausgeschlossen fühlen, und eine Wahl, die fast wieder boykottiert wurde: Auf der ersten Arbeitstagung der Integrationskonferenz lief nichts nach Plan.

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Das ist hier wie im Bunker." Der Mann mit dem südländischen Akzent betritt gerade den Rathauskeller. "Aber das passt ja irgendwie", meint er und lächelt viel sagend. Tief unter dem Rathaus ist die Stimmung schon vor Beginn der ersten Arbeitstagung der Wiener Integrationskonferenz angespannt. Leise unterhalten sich die Delegierten der Migrantenvereine über den Hauptpunkt der Tagesordnung: Die geplante Wahl von drei Migrantenvertretern in das Kuratorium des Integrationsfonds. "Wir wollen uns diesmal nicht einfach abspeisen lassen", erklärt einer. Ein Konflikt liegt in der Luft.

Ein Konflikt, der schon bei der ersten Integrationskonferenz im November ausgebrochen ist. Da haben die Vertreter der Migrantenvereine die Veranstaltung des Integrationsfonds als Ventil für ihren Frust über die österreichische Integrationspolitik benutzt. Vehement ein Antidiskriminierungsgesetz und das kommunale Wahlrecht für Zuwanderer gefordert. Und sich geweigert, nur einen Kandidaten aus ihrer Mitte in


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