Kommentar: Wie tief ist Christoph Schlingensief?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Dieses Wochenende werden auf dem Rathausplatz die Wiener Festwochen eröffnet (siehe Seite 65). Voriges Wochenende ging im Grazer Schauspielhaus die Abschlusspremiere des dortigen Schauspieldirektors Marc Günther über die Bühne (siehe Seite 68). Beide Ereignisse haben zu politischen Protesten geführt. In Graz "distanzierten" sich die Vorsitzenden des Theaterausschusses, Bürgermeister Alfred Stingl und Landeskulturreferent Peter Schachner-Blazizek, vom Beitrag Christoph Schlingensiefs. In Wien wandte sich die FPÖ-Gemeinderätin Heidemarie Unterreiner mit mahnenden Worten an Luc Bondy.

Der Reihe nach: Der deutsche Film- und Theaterregisseur Christoph Schlingensief arbeitet seit Jahren daran, die Grenzen zwischen Politik und Theater zum Verschwinden zu bringen. Das Parteiensystem führte er dadurch ad absurdum, dass er eine eigene Partei (Chance 2000) gründete; das Genre "politische Agitation" trieb er auf die Spitze, indem er den Slogan "Tötet Helmut Kohl!" kreierte und eine Kohl-Puppe


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