"Wenns gut erzählt is ..."

Film. Der österreichische Regisseur Götz Spielmann hat nach sechs Jahren wieder einen Film gemacht: "Die Fremde" ist ein Krimi, der nicht zufällig in Wien spielt.

Kultur | Christian Cargnelli | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Nina Proll hat das letzte Wort. "Sollten ma uns net vorher a bisserl kennen lernen?", fragt sie Harry, den Helden der Geschichte, in seiner Vorstadt-Gemeindebauwohnung, als der ihr vorschlägt, mit dem vielen Geld, das er nach allerlei Verwicklungen an sich gebracht hat, gemeinsam auf Urlaub zu fahren. "Des könn ma ja dort", erwidert er. Darauf sie: "Und wohin?" Abblende, Abspann.

In dieser letzten Szene von "Die Fremde" erfüllt sich gewissermaßen das Versprechen eines Films, wie er hätte werden können. Hier erreicht er nämlich den Höhepunkt dessen, was Regisseur Götz Spielmann in 97 Minuten auch sonst immer wieder gelingt - das Inszenieren lokal (sprich: wienerisch) bestimmter Schauplätze und Idiome. Leider gesteht er Nina Proll nur allzu wenige - allerdings glanzvolle - Auftritte zu; die Handlung dreht sich nämlich in erster Linie um die Titelheldin Mercedes (Goya Toledo), die mit ihrem deutschen Junkiefreund Rainer (Martin Feifel) nach Wien gekommen ist, um ein Kilo Kokain abzusetzen.


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