Sideorders: Museumsessen

Stadtleben | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Es ist international gang und gäbe, und mittlerweile glaubt man auch in Wien, kein Museum mehr aufmachen zu können, in dem nicht mindestens ein Lokal zur Atzung lädt. Seine Krönung wird das in dem halben Dutzend von Beisln finden, die das Museumsquartier ab Herbst besiedeln werden. Wobei gegen sensible und stimmige Kulinarik in künstlerischer Umgebung ja nichts einzuwenden ist, nur die künstlerische Umgebung allein reicht halt nicht.

MAK-Cafe, 1., Stubenring 3-5, Tel. 714 01 21, Di-So 10-2 Uhr.

Mutter aller Museumslokale in Wien, Design Herrmann Czech, Karte seit Jahren mehr oder weniger unverändert, ebenso der Umstand, dass man immer ein bisschen das Gefühl hat, die Kellner gerade bei etwas sehr Wichtigem zu stören. Toller Garten.

Kunsthalle, 4., Treitlstr. 2, Tel. 586 98 64, tägl. 10-2 Uhr.

Geliebtes Dauerprovisorium, von Architekt Krischanitz in minimalstem Minimalismus als Aquarium für Trinker an die Kunsthalle geklebt. Die Vergrößerung hat keinen Schaden verursacht, seit der Gartensaison wieder eine der ersten Szeneadressen der Stadt.

Cafe Silberkammer, 1., In der Burg, tägl. 10-23 Uhr.

Tolle Location, für Hofburgfans und Freunde der Fiaker (und deren Abfällen). Ambitionierte Tee- und Frühstückskarte, modernistisches Design ohne viel Charakter.

Cafe Teitelbaum, 1., Dorotheerg. 11, Tel. 512 55 45, So-Fr 10-18 Uhr.

Exemplarisches Museumscafe: gemütlich, entspannend, international. Kleines, gutes Angebot.

Cafe TMW, 15., Mariahilfer Str. 212, Mo-Mi, Fr-So 9-18, Do 9-20 Uhr.

Idealbeispiel für ein schlechtes Museumscafe: Nicht viel mehr als Buffetangebot, das klassische Mobiliar wurde schlecht mit der prunkvollen Umgebung kombiniert. Wirkt wie eine Notlösung.


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