Holzwurm mit Einsicht

Neues Lokal. Das kaiserliche Mobiliendepot verfügt seit kurzem auch über ein Museumsrestaurant. Mit interessanten Einblicken.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 19/00 vom 10.05.2000

Das profil ist umgezogen, vom ersten Bezirk ins Kurier-Haus in der Lindengasse. Verzweiflung unter den Gastronomen in der Marc-Aurel-Straße, wer soll nun die Tausenden Biere trinken, die Millionen Zigaretten rauchen, die Tonnen Leberkässemmeln essen? Groß ist die Freude indes in Neubau, die Vorräte an Gabelbissen wurden verzehnfacht, die Fischstäbchen gestapelt, die Doppler poliert, die Red Bulls gewienert.

So mancher Wirt wagte unter diesen günstigen Zeichen den Neuanfang, das Ehepaar Scheirer etwa, das das neue Cafe im kaiserlichen Mobiliendepot pachtete. Die Architekten Alessandro Alvera und Heidemarie Leitner verpassten der imperialen Möbelsammlung ein Lokal im neokeimfreien Kantinendesign mit ein paar U-Bahn-Stations-Wandverkleidungen und güldenen Prachtspiegeln, insgesamt eine Augenweide sondergleichen. Aber für die stilistischen Höhepunkte des "Tarlino" (der Name ist italienisch und bedeutet so viel wie "Holzwürmchen") hat man ohnehin kein Aug, weil nämlich viel Spannenderes


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