Antiantifaschismus

Seinesgleichen geschieht. Über Robert Menasse, österreichischen Autoritarismus und die europäische Wertegemeinschaft.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Ich nehme mir hier die Freiheit, keine 100-Tage-Bilanz zu schreiben. Höchstens eine Fußnote zu einer jüngst erfolgten Abrechnung mit einer Neuauflage des so genannten hilflosen Antifaschismus. Diese Abrechnungen funktionieren nach einem einfachen Schema. Die Abrechner stellen eine Behauptung auf, die sie dann con gusto zerlegen. Nur hat es die Behauptung so nicht gegeben. Wer zum Beispiel hat wo behauptet, Haider sei ein "Neonazi mit nationalsozialistischer Programmatik", wie das Robert Menasse in seinem Doppelschlag in NZZ und Standard unterstellt? Um dann den Beweis zu führen, nicht nationalsozialistische, sondern austrofaschistische Kontinuitäten machten das Problem Haiders aus.

Dieser Doppelschlag ging wie immer in der Wiener Qualitätszeitung in voller Länge dreier reich bebilderter Seiten hernieder, während er im ausländischen Qualitätsblatt, um etwa 8000 Zeichen gekürzt, eineinhalb Seiten füllte. In beiden Textversionen stellt Menasseanhand der nicht namentlich genannten


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