Menasses Freiheit

Kulturpolitik. Die Regierung ist cleverer als Robert Menasse - sie weiß, dass Machtpolitik besser bei Strukturen ansetzt als beim Subjekt.

Vorwort | Gerald Raunig | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

"Ich gehe unbehelligt demonstrieren. Ich kann sagen, schreiben, publizieren, was ich will. Ich kann mich versammeln mit Freunden, mit Gleichgesinnten, Pläne schmieden, ich kann versuchen, diese Pläne umzusetzen, und scheitere, wenn ich scheitere, nur an mir selbst und nicht an der Staatsgewalt." Schreibt Robert Menasse, das autonome Künstlersubjekt, im Wochenend-Standard. Im Rahmen einer Nacherzählung der reaktionären Geschichte von "Gutmenschen und Staatskünstlern", allerdings unter Aussparung dieser Begrifflichkeiten, rechnet er ab mit dem "Monopol" von nicht genannten "Dichtern, die ihre Karrieren in den Siebzigerjahren begonnen haben", und setzt etwas säuerlich die liessmannschen Angriffe auf kritische Intellektuelle und Künstler und Künstlerinnen fort.

Robert Menasse kann also hingehen, wohin er will. Abgesehen davon, dass das andere (demonstrierende) Individuen hierzulande nicht mehr können, liegt in der subjektzentristischen Reduktion -bei Menasse kulminierend in egozentristischer


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