Schimpfen International: "Schwanz" & "Hosenscheißer"

Politik | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Im Wahlkampf 1998 zuckte Alfonse D'Amato, wortgewaltiger Senator aus New York, endgültig aus. In der Hitze des Gefechts um den Senatssitz der Ostküstenmetropole beflegelte der Republikaner D'Amato seinen jüdischen Gegenkandidaten von den Demokraten, Charles Schumer, mit dem Schimpfwort "Putzhead", jiddisch für "Schwanz". Schon vor diesem Höhepunkt hatte der Titelverteidiger seinen Konkurrenten nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst: In Inseraten wurde Schumer als Freund der PLO diffamiert.

Auch wenn D'Amato die Schlammschlacht um New York verlor, gehören Untergriffe seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire wahlkämpfender Politiker in den USA. Das Zauberwort heißt "Branding": den Gegner mit einem negativen Image punzieren. Richard Nixon wurde allein wegen seiner Physiognomie stets als verschlagener "Tricky Dick" dargestellt. George Bush machte seinen nicht gerade als "tough guy" verschrieenen Präsidentschaftskonkurrenten Michael Dukakis als "whimp" nieder, was frei übersetzt

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