"Ich soll das Maul halten"

Ute Bock. Die Leiterin des Gesellenheims Zohmanngasse, über "präparierte Zeugen" der Operation Spring, ihr Strafverfahren wegen Bandenbildung, die Probleme mit afrikanischen Dealern und den Traum von gebratenen Tauben aus Simmering.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Vor einem Jahr, da begann die Polizei erstmals im Rahmen der "Operation Spring" gezielt mit Razzien und Lauschangriffen gegen afrikanische Drogendealer vorzugehen. Dutzende Afrikaner wurden verhaftet, viele zu teils empfindlichen Strafen verurteilt. Drei Tage vor der Nationalratswahl startete die nächste Aktion: Alle Afrikaner des Gesellenheims Zohmanngasse wurden verhaftet. Die Leiterin des Heimes, Ute Bock, war bis zu diesem Zeitpunkt eine der engagiertesten Sozialarbeiterinnen der Stadt. Wenn andere Institutionen Menschen auf die Straße setzten, war "die Bock" die letzte Adresse: "Ich kann niemanden auf die Straße setzen", sagt die Frau, die von ihren Insassen "Mama" und von vielen Nachbarn "Mutter Theresa Favoritens" genannt wird.

Doch nach der Razzia und dem medialen Gewitter gegen Afrikaner war alles anders. Bock wurde nahe gelegt, in Pension zu gehen, ein Disziplinarverfahren drohte. Doch Ute Bock blieb. Sie wurde wegen ihres sozialen Engagements letztes Jahr sogar mit dem "Ute-Bock-Preis"


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