Wir, das Opfer

EU-Sanktionen. Das Außenamt drückt seinen Botschaftern zur Österreich-Verteidigung nun eine 18 Seiten starke Argumentationsunterlage in die Hand: mit einem Geschichtsbild aus den frühen Achtzigerjahren.

Politik | Florian Klenk und Eva Weissenberger | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Was macht der vaterlandstreue Botschafter, wenn er auf die braune Vergangenheit Österreichs angesprochen wird? Er blättert in seinem "Argumentarium" und erkennt, es handelt sich um einen Vorwurf der "Kategorie 4". Auf Seite drei steht, was er darauf sagen soll: "Österreich war das erste Land, das der über Jahre geführten, typischen, propagandistischen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Angriffspolitik Hitlers zum Opfer fiel."

Oder er sagt (schuldbewusster): "Es waren die Alliierten, die Österreich erstmals als Opfer Hitler-Deutschlands bezeichneten. Nach 1945 wurde trotz Entnazifizierungs- und Wiedergutmachungsmaßnahmen, die teilweise strenger als in Deutschland waren, der Diskussion um die Verantwortung nicht immer genug Raum gegeben."

Österreich ist in der Welt derzeit nicht gut angeschrieben, deswegen verschickte Albert Rohan, Generalsekretär des Außenamtes, eine Argumentationshilfe an Vertretungsbehörden und Kulturinstitute im Ausland. 18 Seiten mit schönen


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