Der mit dem Affen malt

Kunst. Mit einer umfassenden Retrospektive würdigt das Kunstforum Bank Austria das Schaffen des 70-jährigen Arnulf Rainer.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Nach einer Niederlage sei das Volk wehrlos dem Zuzug fremder Völker ausgeliefert, sagte sie. Und das Volk sei durch artfremde Einflüsse gefährdet, so Arnulf Rainers Cousine im Film "Das Meisterspiel". Wie um ihren malenden Verwandten nicht gänzlich zu diskreditieren, fügte sie hinzu, dass gerade die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg, also auch Arnulfs Kunst, durch fremde Einflüsse "entartet" worden sei. Lutz Dammbecks Film, der momentan in der Ausstellung "Kampfzone" (Ottakringer Straße 20) zu sehen ist, dokumentiert jenen Kunstskandal, der Rainer 1994 in die Schlagzeilen rückte und für einen Moment den Nimbus des unantastbaren internationalen Künstlers wegblies, der es zu einer Einzelausstellung im Guggenheim-Museum geschafft hatte - von der Cousine hinterhältig als "Wiesenthal-Museum" bezeichnet.

Der Täter, der für die Übermalung von 27 Rainer-Bildern in dessen Atelier auf der Wiener Akademie verantwortlich war, ist bis heute nicht gefasst. Aufschlussreich bleiben die von


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