"Da wirst du schuldig ..."

Paula Wessely (1907-2000). In der Karriere der letzte Woche verstorbenen Burgtheaterdoyenne und Filmschauspielerin spiegelt sich ein österreichisches Jahrhundert.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 20/00 vom 17.05.2000

Geboren in Wien, gestorben in Wien, ein ganzes Leben lang gefeiert, verehrt, fetischisiert als Inbegriff des süßsauer Wienerischen. Paula Wessely, Fleischhauerstochter und Burgtheaterdoyenne, Mitläuferin und Jahrhundertbegabung, ist tot.

1925 debütierte sie am Deutschen Volkstheater in Berlin, 1987 gab sie ihre Abschiedsvorstellung an der Burg. Dazwischen liegt eine unvergleichliche Karriere: unvergleichlich auch darin, dass sie wie kaum eine andere untrennbar mit der Tragödie des vergangenen Säkulums verbunden war. Anno 32 feierte sie ihren Durchbruch mit Hauptmanns "Rose Bernd". In den Beschreibungen der begeisterten Kritiker sind bereits sämtliche Klischees enthalten, die ihr über Jahrzehnte hinweg anhaften sollten - denn schon damals ging es vor allem um Erde, Natur, Natürlichkeit.

Dass Paula Wessely in der Folge nicht nur zur Profiteurin, sondern auch zu einem Opfer ihrer Zeit wurde, veranschaulicht ein Blick auf ihr Werkverzeichnis: Von Max Reinhardt zu Heinz Hilpert, von Willi


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